Festreden anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeit des Vereinsheims

 

 

 

1. Vorsitzender Dieter Hofer

Fakten

Knapp 6 Monate Bauzeit, 35 Helfer, 1282 Arbeitsstunden und ca. 36.000 € Materialkosten. Das sind die Eckdaten des Umbaus des Vereinsheims, der in der Jahreshauptversammlung am 12.01.2014 beschlossen wurde.

Nach 20jährigem Bestehen des Vereines in diesem Gebäude war es an der Zeit, die sanitären Anlagen an die Bedürfnisse der Zeit anzupassen. In diesem Zusammenhang wurde die Küche vergrößert und komplett erneuert um dem Anspruch an die Vereinsveranstaltungen gerecht zu werden. Diese Umbaumaßnahmen machten gleichzeitig eine Versetzung der Treppe auf die andere Gebäudeseite nötig. Dank der großzügigen Spenden war es uns auch möglich, die bestehende, selbst zusammengestückelte Theke durch eine professionelle Theke zu ersetzen sowie die Polstergarnituren zu erneuern. Ebenso erhielt das Gebäude vom Eingangbereich bis zum Dach einen neuen Anstrich und erstrahlt im neuen Glanz.

Genau einen Monat nach dem Beschluss in der Jahreshauptversammlung wurde mit den Umbauarbeiten begonnen.

Auf dem Programm standen einige Großeinsätze, an denen wir mit bis zu zwölf Personen an einem Tag aktiv waren. Aber auch viele kleine Einsätze, an denen nur einzelner Spezialist, wie Fliesenleger, Schreiner, Maler, Elektriker, Installateur, etc. aktiv war, waren an der Tagesordnung. Insgesamt kommen wir auf 79 Arbeitstage, an denen - oft auch nur stundenweise in den Abendstunden - gearbeitet wurde. In der Summe können wir, wie bereits gesagt, auf knapp 1300 Arbeitstunden zurückblicken, wobei die Zahl der geleisteten Stunden pro Person auch stark schwankt, bis hin zu 142 Stunden, die von einer einzelnen Person geleistet wurden.

Dadurch, dass jede zum Umbau nötige Berufsgruppe im Vereinsheim vertreten ist, hatte der Verein das nötige Know-How zum Nulltarif. Andernfalls wäre der Umbau, der alleine Materialkosten von 36.000 Euro mit sich brachte, nicht möglich gewesen. Die detaillierten Kosten wird unser Kassier, Thomas Schiller, später näher beleuchten.

Für mich als Vorstand war es überraschend, wie leicht es war, die Mitglieder zu diesem Umbau zu motivieren. Ein kurzer Anruf genügte meist, und wir hatten die nötige Helferzahl für jeden Arbeitseinsatz zusammen. Arbeitsschritte wurden ohne nötigen Nachdruck ausgeübt und das Ergebnis durch die Mitglieder erst dann akzeptiert, wenn es wirklich perfekt war. Wenn ich sehe, mit wie viel Engagement und Idealismus jeder Einzelne an die Umbaumaßnahme heranging, kann ich mit Stolz wiederholen, was ich zu jeder Burgfest- und Herbstschau sage: In unserem Verein wird der Zusammenhalt und die Kameradschaft groß geschrieben. Jedes einzelne Mitglied ist bemüht, den Verein voranzubringen und ihn in der Öffentlichkeit zu präsentieren, wie er ist: GROßARTIG

Das Ergebnis des Umbaus kann sich - wie ich finde - wirklich sehen lassen. Wir haben - dank der Arbeit der Vereinsmitglieder - geschaffen was wir wollten: Ein Vereinsheim, dass auf der Höhe der Zeit ist und unseren Bedürfnissen für die nächsten zwanzig Jahre wieder gerecht wird.

Nun aber Genug meiner Worte. Nun möchte ich an unser Ehrenmitglied Josef Hueber übergeben, der einen kurzen Rückblick zum Werdegang des Vereins geben wird.

  

Spenden

Wie wir gehört haben, hat der Umbau eine Menge Geld gekostet. Die Bausumme konnte  zwar durch einige Sachspenden - wie eben durch unseren Kassier erläutert - bereits etwas reduziert werden. Die restliche Summe musste jedoch durch die jahrzehntelange Betätigung des Vereins im Herzen Hilpoltsteins erwirtschaftet werden. Umso erfreulicher war es für uns, dass zu Beginn der Baumaßnahme die zwei großen Banken Hilpoltsteins, die Baummaßnahme zusammen mit 2500 Euro unterstützen. Zudem zeigte sich auch die Stadt Hilpoltstein sehr großzügig, indem sie die Bezuschussung der Baumaßnahme mit 10 % der Kosten, max. jedoch 3.500 € durch einen Stadtratsbeschluss zusagte. Hierfür ein herzliches Dankeschön und einen großen Applaus an die Spender. Natürlich möchte sich der Verein hierfür auch erkenntlich zeigen. Nach langen Überlegungen, wie wir unseren Dank zum Ausdruck bringen können besann ich mich auf die wichtigste Voraussetzung für den Umbau. Das Engagement und den Idealismus eines jeden Mitgliedes, das mit vollem Einsatz und viel Herzblut an den Umbaumaßnahmen teilnahm. An dieser Stelle schließt sich der Kreis. Was wäre naheliegender, als genau das zu verschenken, was Voraussetzung für den Umbau war: Herzblut. Und genau das gibt es in flüssiger Form von unserer Vereinsbrauerei Pyraser. Es ist eine besondere Bierspezialität - genauso besonders wie die geleistete Arbeit der Mitglieder und die außergewöhnliche Spendenbereitschaft der drei Hauptsponsoren.

 

 

 

Ehrenmitglied Josef Hueber

Sehr geehrte Gäste und liebe Mitglieder!

Rückblick und Streiflichter zu dem Thema „wem dient ein Verein?“
Ursprünglich als eine Art Festvortrag vorgesehen, will und muss ich mich doch auf ein paar vielleicht wesentliche Punkte und Daten beschränken.
Gegründet wurde der damalige „Kaninchenzuchtverein Hilpoltstein“ vor über 70 Jahren im (am 29.) Mai 1943 von 13 Männern. 1961 konnte sich der Verein durch die Einbeziehung der Geflügelzüchter umbenennen in „Kleintierzuchtverein Hilpoltstein“ und da wurde auch der Zusatz „und Umgebung“ dem Vereinnamen angehängt. Bereits 1948 startete eine „Kaninchen- und Produktschau“ in der damaligen Turnhalle an der Jahnstraße hier ganz in der Nähe.

Vereinslokal war das Gasthaus zur Luft der Familie Singer an der Gredinger Straße, wo die Scheune rückwärts im Hof für Ausstellungen zur Verfügung stand. In den 50er Jahren wurde der Gasthof zur Krone der Familie Schlenk das 2. und damit auch schon letzte fremde Vereinslokal, bevor der Verein hier nun eigener Herr ist. Die Garagen im Hinterhof zur Krone bei Schlenk dienten ab 1972 speziell am Burgfest als die Ausstellungsräume. Bis dahin waren die Burgfestschau und im Herbst die Vereinsschau immer noch in der Scheune zur Luft bei Singer.

Durch die Enge gezwungen, schaute sich der Verein immer wieder nach auswärtigen Veranstaltungsmöglichkeiten um und so waren zum Beispiel: 

die Kreisgeflügelschauen 1972 im Gewichtsheberheim an der Auhofer Straße und 1983 in der Stadthalle in Heideck.

Unsere Vereinsschauen im Herbst wurden ab 1973 auf 20 Jahre jährlich wechselnd zu echten „Wanderausstellungen“

2 x im Gewichtsheberheim zwischen Hilpoltstein und Altenhofen (1973 und 76),

4 x in Alfershausen (1974, 77, 80 und 82) im großen Saal des Gasthauses zum Ochsen bei Familie Winkler,

im Gasthaussaal in Obermässing (1975), 

2 x in Meckenhausen im Gasthaus Beer und in der Mehrzweckhalle (1978 und 84),

in der Krone in Thalmässing (1979), 

in Stadthalle Heideck (1981)

und (ab 1986 bis 93) 8 x in der Schule in Mörlach.

Diese auswärtigen „Wanderausstellungen“ entstanden dadurch, dass der Verein über die nur Hilpoltsteiner Züchter hinaus immer mehr interessierte Mitglieder aus den Ortsteilen sowie aus der näheren und auch der weiteren Umgebung gewann. So schwebte der Vorstandschaft stets vor Augen die Suche nach Ausstellungsräumen und möglichst auch einem eigenen Vereinslokal, wo sich auch auswärts wohnende Mitglieder beheimatet fühlen sollten. 

Doch nun zum Stadtstadl, wo wir heute sind:

Schon im Juni 1964 war von der Stadt Hilpoltstein auf Anfrage der Stadtstadl im damaligen Zustand einer Lagerscheune für eine Kleintierschau angeboten worden, aber wegen der allein nicht zu schaffenden Ausräum- und Wiedereinräumarbeiten und der sonstigen technischen Probleme traute sich der Verein beim Stadtstadl nicht einzusteigen und blieb besonders für die Burgfestschau weiterhin in der Scheune zur Luft bei Singer. 1975 wagte man dann ein Kaufgesuch Stadtstadl um 3.000,- DM, aber eine Übersiedlung des städtischen Bau- und Lagerhofes war überhaupt noch nicht in Aussicht, da die Stadt einen Ausweich- oder Neubau damals erst in Planung hatte. Nachdem auch der Erwerb des Gewichtheberheimes wegen der eingeschränkten Mittel des Vereins gescheitert war, konnte der Verein  Ende 1992 einen Miet- und Benützungsvertrag mit der Stadt über den nun leeren und großteils bau-maroden Stadtstadl schließen, zumal doch die Stadt von einem zuvor schon beschlossenen totalen Abbruch des Stadtstadels wieder abgesehen hatte.

Was aus dem Gebäude dann in den Jahren 1993 und 1994 durch den großen und unermüdlichen Arbeitseinsatz der Mitglieder sowie dem finanziellen Aufwand des Vereins entstand, das sehen wir alle hier ringsherum –  nur die heuer durchgeführten Innen - Veränderungen sind ganz neu.  

Nun zeitlich zurück kurz ein paar persönlichste Anmerkungen:

Ich selbst bin 1971 zum Verein gestoßen, war über Jahre Kassier, dann Schriftführer und zwischenzeitlich bin ich reduziert nur noch einer der beiden Kassenrevisoren.

In den Jahren 1992 bis 94, also der eigentlichen Umbauphase hier, konnte ich den Verein nicht aktiv unterstützen, weil ich zuhause durch einen Krankheitsschwerstpflegefall absolut gebunden und unabkömmlich war.

Gespielt hat der Verein immer wieder einmal mit dem Gedanken, sich eine Zuchtanlage evtl. sogar mit Ausstellungshalle zuzulegen.

Zu diesem Zweck schenkte ich im (am 30.) November 2000 dem Verein ein Waldgrundstück mit fast 6.000 qm (nur 48 qm fehlen) am Ortsrand von Hilpoltstein nahe der Adalbert-Stifter-Straße, gelegen zwischen dem Baugebiet und dem Gänsbach.

Die Planungen zur Nutzung für Zwecke des Vereins waren teilweise sogar mit Herrn Landrat Eckstein erörtert und befürwortet, doch ein echtes Problem bildete die Lage dieser 6.000 qm gemäß dem Flächennutzungsplan, nämlich im „Ufergrüngürtel Gänsbachtal“ der naturgeschützten „Fränkischen Sandachse“. Dadurch entstand 2006 – also vor 8 Jahren –  die Überlegung, dieses für eine Nutzung und Bebauung doch sehr problematische Grundstück der Stadt anzubieten für einen Eintausch des Eigentums am Stadtstadl. Da die Stadt das Grüngürtelgrundstück doch sehr gerne gehabt hätte, bot der Stadtrat dafür mit Beschluss im (am 6.) Juli 2006 dem Verein ein Benützungsrecht am Stadtstadl vorerst auf 30 Jahre. Das sah die Vorstandschaft unter dem damaligen Vorsitzenden Michael Sipl als ein doch fast ungleichwertiges Geschäft und es wurde folgendes argumentiert:

1. Der Verein gibt 6.000 qm aus der Hand, die teilweise an die Gartenflächen in der Adalbert-Stifter-Straße angrenzen in einem echten Verkehrswert, den jeder anders beurteilen wird und den sich jeder selbst gedanklich in Ziffern hochrechnen kann.

2. Der Verein verzichtet auf seinen rechtlich bestehenden Bereicherungs- und Erstattungsanspruch für die Höherwertigkeit der ursprünglichen Lagerscheune – was also durch den Ausbau hineingesteckt wurde –, wobei diese Investitionen in der Form von bezahlten Rechnungen und etwa 2 1/2-tausend Arbeitsstunden veranschlagt wurden mit umgerechnet 50.000,- €.

3. Der Verein verpflichtet sich zur Erhaltung des Stadtstadels und gibt ihn bei Vereinsauflösung an die Stadt unentgeltlich zurück, wobei der Stadt in einem solchen Falle sowohl alle Ausbauinvestierungen als auch das Waldgrundstück geschenkt ohne eigenen Kostenaufwand zu freiem Eigentum verbleiben.

-  Demgegenüber bekommt der Verein von der Stadt die nur 170 qm Grundfläche und den ursprünglichen Altwert der bau-maroden Lagerscheune vor dem Ausbau, wobei diese 170 qm nicht einmal Baulandwert haben können, denn sie sind ja ohne Umgriff und damit ohne irgendeine Gestaltungsmöglichkeit bereits total verbaut. 

Es ist daher kein Wunder, dass in der Sitzung im (am 19.) April 2007 der Stadtrat diesem Tausche einstimmig zugestimmt hat, nämlich mit den 23 Stimmen aller anwesenden Stadtratsmitglieder und ohne eine Gegenstimme.

Doch trotz des eigentlich fast ungleichen Tausches zugunsten der Stadt ist der Verein sehr froh, dass dies geklappt hat und der Verein nun der Eigentümer in diesem Hause ist. 

Heuer 20 Jahre später nach dem Stadelausbau kam nun ein weiterer Schritt durch die Verlegung des Treppenbereiches und durch die Erweiterung der Küche und der größtenteils auch der Öffentlichkeit dienenden Toilettenanlagen. Für die Bedürfnisse bei den Monatsversammlungen hier hat der alte Zustand ja immer leicht gereicht.

Zu diesen Nutzungsverbesserungen wird über die verausgabten Kosten, die geleisteten Arbeitszeiten und Näheres unser Kassier Thomas Schiller anschließend auch noch berichten. 

Lassen Sie mich zusammenfassen, indem ich Ihre Gedanken auf eine vielleicht viel wichtigere Schiene im Leben lenke. Es ist erstaunlich und sehr erfreulich, dass die Mitglieder eines Vereines hier etwas wirklich Großartiges geschaffen haben. Über diese rein sachlich wirtschaftlichen Ereignisse hinaus entstand meines Erachtens noch viel Entscheidendes mehr:

Der Verein mit seinen hiesigen und auch überörtlichen Mitgliedern fand im Vereinslokal Stadtstadl ein Zuhause. Die Stadt fand im Verein und damit in seinen Mitgliedern einen überaus fairen Partner. Anstelle der Stadt unterhält der Verein eine öffentliche Toilettenanlage– nun sogar in einem erweiterten Zustand – in Festplatznähe bei Veranstaltungen im Stadtbereich (wie Triathlon, Burgfest, Weihnachtsmarkt). Der Verein bindet seine überwiegend auswärtigen Mitglieder an das Stadtgeschehen in Hilpoltstein. Über die Vereinsmitglieder entstand und bleibt sicherlich auch künftig bestehen ein bester Kontakt zwischen der Stadt und der Bevölkerung im nahen und weiten Umkreis. Und darüber noch hinaus: Die Arbeit des Vereins und seiner Mitglieder bringt der Bevölkerung nahe: die Tierliebe, den Kindern Lebenskenntnisse (wie z. B. beim Schaubrüten), den Mitmenschen den Blick auf Toleranz, Zusammenarbeit, Achtung vor Mensch, Tier und Umwelt.  

Mit dem kirchlichen Segen haben wir heute die Erweiterung dieser Wirkungsstätte hier im Stadtstadl einweihen lassen. Gebe letztlich der Herrgott, dass das Wirken eines jeden Einzelnen und unser aller Wirken ein stets Gutes bewirkt und uns selbst sowie unseren Mitmenschen vorbehaltlos dient. Meine persönliche Zusammenfassung: „Ein Verein ist sicher etwas Besonderes, wenn er auch anderen dient.“

Ich danke namens des Vereins allen, die immer wieder aktiv mitmachen durch Mitarbeit und Zusammenhalt – aber auch durch finanzielle oder ideelle Unterstützung, und ich danke heute auch speziell Ihnen allen für Ihr Kommen und für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

zurück...